Pizza und Wein passen hervorragend zusammen – aber nicht jede Pizza verlangt nach demselben Wein. Eine klassische Margherita mit Tomate und Mozzarella stellt ganz andere Anforderungen als eine würzige Salami-Pizza oder eine Pizza mit Thunfisch.
Entscheidend ist deshalb vor allem der Belag. Tomatensauce bringt Säure, Käse Fett und Cremigkeit, während Salami, Schinken, Pilze oder Meeresfrüchte die Richtung zusätzlich verändern. Wer diese Komponenten berücksichtigt, findet schnell den passenden Wein zur Pizza.
Warum ist der Belag so wichtig?
Die Grundlage vieler Pizzen besteht aus Tomatensauce und Käse. Die Säure der Tomaten verlangt nach einem Wein mit genügend Frische, während geschmolzener Käse zusätzlich Fett und Salz mitbringt.
Sehr schwere und tanninreiche Rotweine sind deshalb nicht automatisch die beste Wahl. Sie können zusammen mit der Tomatensäure schnell hart wirken.
Fruchtige Rotweine mit moderaten Tanninen funktionieren häufig besser. Aber auch Weißwein und Rosé können ausgezeichnete Pizza-Begleiter sein – besonders wenn Fisch, Gemüse oder mildere Zutaten auf der Pizza liegen.
Welcher Wein passt zu Pizza Margherita?
Margherita ist zwar einfach belegt, aber gerade deshalb sollte der Wein die Kombination aus Tomate, Mozzarella und Basilikum nicht überdecken.
Sangiovese, Chianti oder Barbera bringen genügend Frische für die Tomatensauce mit, ohne zu schwer zu wirken. Auch ein trockener Rosé ist eine interessante Alternative.
Wer lieber Weißwein trinkt, kann zu einem frischen, trockenen Weißwein greifen. Wichtig ist weniger die Farbe als eine gute Balance zwischen Frucht und Säure.
Welcher Wein passt zu Pizza Salami?
Salami bringt deutlich mehr Fett, Salz und Würze auf die Pizza. Der Wein darf deshalb fruchtiger und etwas kräftiger werden.
Primitivo passt hier besonders gut, weil seine reife Frucht und meist weichere Tanninstruktur mit der Würze der Salami harmonieren. Auch Montepulciano oder ein fruchtiger Merlot können funktionieren.
Bei scharfer Salami oder einer Pizza Diavola sollte der Wein allerdings nicht unnötig alkoholreich oder tanninbetont sein. Alkohol kann die Wahrnehmung von Chili zusätzlich verstärken. Ein fruchtiger, weicher Rotwein oder auch ein trockener Rosé ist hier häufig angenehmer.
Welcher Wein passt zu Pizza Funghi?
Pilze bringen erdige und herzhafte Aromen mit. Dazu passen elegante Rotweine besonders gut.
Pinot Noir beziehungsweise Spätburgunder ist eine interessante Wahl, weil seine feinere Struktur die Pilzaromen begleitet, ohne sie zu überdecken. Auch Barbera oder ein leichterer Chianti können sehr gut funktionieren.
Bei einer weißen Pizza mit Pilzen, also ohne Tomatensauce, wird auch ein strukturierter Weißwein interessant.
Welcher Wein passt zu Pizza Tonno oder Meeresfrüchten?
Bei Thunfisch und besonders bei Meeresfrüchten verschiebt sich die Empfehlung deutlich in Richtung Weißwein und Rosé.
Ein frischer Sauvignon Blanc, Pinot Grigio oder Vermentino bringt Säure und Frische mit und passt gut zu Fisch, Tomate und Kräutern.
Sehr tanninreiche Rotweine würde ich zu Meeresfrüchten eher vermeiden. Sie können zusammen mit den feineren, salzigen Aromen des Gerichts schnell dominant wirken.
Und was passt zu vegetarischer Pizza?
Hier kommt es besonders darauf an, welches Gemüse verwendet wird.
Paprika, Zucchini, Aubergine und mediterrane Kräuter funktionieren hervorragend mit trockenen Roséweinen, frischen Weißweinen oder leichteren Rotweinen.
Bei einer Pizza mit viel gegrilltem Gemüse darf der Wein etwas würziger sein. Bei frischen, leichteren Gemüsevarianten sollte dagegen die Frische im Vordergrund stehen.
Rotwein oder Weißwein zur Pizza?
Die alte Regel „Pizza gleich Rotwein“ greift zu kurz.
Zu klassischen Pizzen mit Tomatensauce, Salami oder Fleisch ist ein fruchtiger Rotwein häufig die naheliegende Wahl. Bei Fisch, Meeresfrüchten, Gemüse oder einer Pizza Bianca kann Weißwein die deutlich bessere Kombination sein.
Rosé liegt genau dazwischen und ist deshalb besonders vielseitig. Wenn mehrere unterschiedliche Pizzen auf dem Tisch stehen und nur eine Flasche geöffnet werden soll, kann ein trockener Rosé eine unkomplizierte Lösung sein.
Welche Serviertemperatur ist ideal?
Auch Rotwein zur Pizza sollte nicht zu warm serviert werden. Leichtere und fruchtige Rotweine schmecken häufig bei etwa 14 bis 16 Grad besonders frisch, während kräftigere Varianten etwas wärmer ins Glas kommen können.
Weißwein und Rosé werden kühler serviert, sollten aber ebenfalls nicht eiskalt sein. Zu niedrige Temperaturen lassen Frucht und Aroma schnell verschwinden.
Gerade bei Pizza mit viel Käse oder würziger Salami sorgt ein leicht gekühlter, fruchtiger Wein häufig für mehr Frische als ein schwerer Rotwein bei Zimmertemperatur.
Am Ende gibt es deshalb nicht den einen perfekten Wein zu Pizza. Margherita, Salami, Funghi oder Tonno stellen völlig unterschiedliche Anforderungen. Wer Tomatensäure, Käse, Würze und Belag berücksichtigt, findet wesentlich leichter einen Wein, der die Pizza begleitet, statt sie zu überdecken.
“Bei Pizza entscheidet nicht die Farbe des Weins, sondern vor allem der Belag – Tomate, Käse, Würze und Schärfe geben die Richtung vor.”
“Margherita, Salami oder Tonno: Je unterschiedlicher die Pizza, desto unterschiedlicher darf auch der Wein im Glas sein.”
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